Eines vorweg: Alle deutschen Fahrer sind gesund zurückgekehrt!
Am 10.02.07 fand das diesjährige 3 Stunden - Strandrennen in Le Touquet statt.
352 Quads waren gemeldet.
Es gab einige Einzelfahrer, unter anderem auch Jörg Gragert, der als einziger Deutscher als Einzelfahrer alleine startete, und - das sei vorweg genommen - einen hervorragenden 121. Platz herausfuhr.
Die meisten der über 600 Fahrern starteten in 2er Teams.
Donnerstag:
Mein Le-Touquet - Partner Steffen Sprinz undich machten uns am 08.02. auf den über 1000km langen Weg nach Le Touquet.
Dieser war etwas erschwerlich, da uns reges Schneetreiben begleitete und das Fahren mit dem Hänger nicht gerade erleicherte.
Die Jungs um den Quadshop Altenstadt hat es da heftiger erwischt. Konnte Matthias Geist noch einem Stau entkommen, saß Micha Flor mit seinem Hänger auf einer gesperrten Autobahn und musste sein Glück später dann auf der Landstrasse mit Schneeketten versuchen.
Gegen 18:00 kamen wir in Le Touquet an und bezogen unser Hotel bevor wir dann in einer nahegelegenen Pizzeria unser Abendessen zu uns nahmen.
Freitag:
Gegen 10:00 sollte das Zelt der technischen Abnahme öffnen. Da wir aus den letztjährigen Erfahrungen einiger Fahrer gelernt haben und nicht bis in die Nacht anstehen wollten, schoben wir unsere Yamaha YFZ 450 gegen 8:00 an die Schlange der bereits wartenden Fahrern.
Gegen 15:30 kamen wir dann durch die technische Abnahme, das hiess: Namenkontrolle, Führerscheinkontrolle, Lizenzkontrolle, Übergabe Transponder, Übergabe Startnummern und Phonmessung. Auch hier lernten wir sehr schnell von den nicht durchgekommenen Quads und schraubten einen DB-Killer an unsere Schalldämpfer, um die erforderliche Grenze von 96db nicht zu überschreiten.
Eines muss hierzu gesagt werden: Wenn die Veranstalter bei der technischen Abnahme etwas professioneller wären, könnten man als Fahrer hier viel Zeit und Nerven sparen. Die letzten Fahrer standen bei stürmischen Regen bis weit nach 23:00 zur Abnahme an...
Samstag:
Endlich war er da! Der Tag der Entscheidung! Allerdings sollte zuerst das Wetter nicht mitspielen. Es regnete Bindfäden und so stellten wir uns auf ein nasses Rennen ein.
Das hielt viele Zuschauer nicht ab, trotzdem zur Veranstaltung anzureisen. Im Übrigen muss ich gestehen, dass ich noch nie vor so vielen Zuschauern gefahren bin.
Es gab keinen Bereich der 7900m langen Sandstrecke, auf der kein Zuschauer am Streckenrand war. Schätzungen zuvolge waren es wieder über 100.000 Zuschauer.
Gegen 10:00 starteten einige Prominente aus der Region zu einem VIP-Rennen.
Um 11:30 hat dann endlich der Park-Fermé geöffnet, der gleichzeitig Fahrerlager ist.
Just in diesem Augenblick hat es aufgehört zu regnen und wir erlebten für die kommenden 4,5 Stunden perfektes Rennwetter bei ca. 10 Grad Calsius, jedoch relativ kaltem Küstenwind.
Steffen und ich entschieden uns am Vortag, dass ich den Start übernehme und er im 2. und 4. Turn fährt, der 3. Turn würde wieder mir gehören.
Gegen 12:15, nach der Fahrerbesprechung rollten wir durch die Schikanen an den Zuschauern vorbei zur Startgeraden am Strand. Ein höllisches Gefühl, wenn 350 Racer auf ihren Quads zur Startlinie fahren!
Wir stellten uns in 50er Reihen hintereinander auf, da ein Starten von 350 Quads gleichzeitig zu gefährlich ist und sicher zum Chaos an der ersten Schikane geführt hätte.
Leider war Michael Flor bei der Startaufstellung schon bewusst, dass sein Vergaser ein Problem hatte und er direkt nach dem Start noch einmal an die Box musste. Ein schweres Unterfangen wenn man bedenkt, dass man zum Erreichen der Box fast eine ganze Runde fahren musste.
START!
Das ist es! Wow! Wer so was erleben darf ...
4 Reihen starteten vor mir. Es war kein Le-Mans Start. Nein, Im 30-Sekunden Abstand werden die Reihen einfach losgewunken. 50 Quads hämmern auf einmal los, der Lärm ist gigantisch und ich dachte mir: Warum kann es so was nicht jeden Tag geben?!
Ich hatte einen guten Start erwischt, war ich relativ weit vorne, also bei den ersten 10 der Reihe. Auf der über 3 km langen Vollgas Strecke am Strand entlang spürte ich jeden Fahrer vor mir, der den Sand aufwirbelte und dieser mir wie ein Sandstrahler zwischen Crossbrille und Helm ins Gesicht schoss.
Nach der ersten Schikane kam ich an weiteren Fahrern vorbei. Doch schon an der 2. Schikane gab es einen Rückstau, wo man sich beim Heranfahren schon entscheiden musste, welche Linie man anfährt, die langsame, in der die verkeilten Quads steckten, oder die schnellere, die sich an den verkeilten Quads vorbeischleichten. Ein Pokerspiel, da man nie wusste, wo sich die verkeilten Quads gerade befanden.
Da die Strecke noch recht gerade war, wollte ich so viele Runden wie möglich fahren. Aber auch ich verkeilte mich insgesamt 3 Mal in den Schikanen und musste jedes Mal absteigen, um mein Fahrzeug wieder aus den tiefen Rillen zu ziehen und wieder auf die Strecke zu bringen. Eine zeitaureibende Sache. Wir rutschten im ersten Turn zwischenzeitlich auf Platz 269. Während des Turns kam ich aber immer besser zurecht und so fuhr ich bis auf Platz 160 vor.
Nach ca. 1 Stunde kam ich an die Box, um den Tank zu füllen und den Fahrerwechsel durchzuführen. Steffen stand schon mit den Benzinkanistern bereit, die auf 20l limitiert waren.
Nach dem Boxenstopp fuhr Steffen auf der sichtlich zerbombteren Strecke eine Aufholjagt, da wir durch den Boxenstopp bedingt wieder Plätze aufholen mussten. Die Strecke war jetzt in einem zunehmens schlechteren Zustand und wesentlich schwerer zu fahren. Steffen kam nach 35 Minuten zurück an die Box und ich fuhr nach Befüllen des Tanks und einem kurzen technischen Check am Quad weiter meinen 3. Turn.
Spätestens jetzt wusste ich, warum Steffens Turn kürzer war als erwartet. Die Strecke war auf der Vollgas Passage mit tieferen Rillen versehen und man konnte nur noch sehr schwer bei Vollgas die Hand heben um sich durch Ziehen am Rolloff wieder freie Sicht zu verschaffen. Auf der Strandpassage hat sich ein Endlos-Waschbrett gebildet mit einer Hügeltiefe von ca. 1m.
Die Rundenzeiten erhöhten sich logischerweise, da man sich nun von Schikane zu Schikane über das Endlos-Waschbrett prügelte.
Nach 50 Minuten erreichte ich die Box, um Steffen die YFZ für den 4. und letzten Turn zu übergeben. Wir tankten letztmalig auf und bekamen noch Boxenhilfe von den anderen deutschen Fahrern, u.a. Rene de Chamier, bei dem ich mich herzlich für seinen Einsatz bedanken möchte.
Somit waren 2 Stunden und 25 Minuten vorbei und Steffen gab, nach dem Boxenstopp auf Platz 171 liegend alles, um eine noch bessere Platzierung zu erzielen.
Die Strecke war nun dermassen zerbombt und die Hügel des Endlos Waschbretts auf durschnittlich 1,5m angestiegen. Trotzdem schaffte es Steffen noch Plätze gutzumachen und die Zielflagge als 168. ster zu erreichen.
Steffen und ich haben uns zum Ziel gesetzt, Mensch und Maschine heil zu lassen und in der ersten Hälfte der Gesamtteilnehmer zu liegen. Das ist uns gelungen und hierauf sind wir sehr stolz!
Vielen Dank noch mal an meinen Partner Steffen, mit dem es sehr viel Spass gemacht hat, die 3 Tage Le Touquet zu erleben!
Zu den weiteren deutschen Teilnehmern:
Glückwunsch in Respekt an Sina und Denise Willmann vom Willmann Racing Team! Sie fuhren einen hervorragenden 56. Platz heraus und waren gleichzeitig beste deutsche Teilnehmer.
Auch Torsten Wiedemeyer, Gesamt-Zweiter bei der IGE 2 Stunden Enduro, und sein Partner René Stalmann, beide vom STW Racing Team, haben sich eine sehr gute Platzierung erfahren. Torsten hat seine YFZ perfekt abgestimmt und so fanden sich die beiden Jungs am Ende auf Platz 69. Klasse Leistung!
Jörg Gragert aus Norderstedt fuhr alleine. Zum ersten Mal in Le Touquet. Mit seiner E-ATV. In der letzten Startreihe. Und wurde 121.!!! Ihm gebührt ein grosser Respekt. 3 Stunden bei diesen Bedingungen alleine zu fahren, ohne grosse fremde Hilfe den Boxenstopp zu absolvieren und keine Regenerationspausen zu haben und dann direkt im ersten Drittel der Gesamtwertung zu landen. Super Jörg!
Malte Carstens und sein Partner Sven Cerovina landeten ebenfalls auf einem respektablen Platz. Ohne grosse Probleme steuerten sie Ihre YFZ auf den 130. Rang, Durchschnitts Geschwindigkeit: 39,2 km/h.
Michael Flor und Matthias Geist vom Team Quadshop Altenstadt Racing hatten leider nicht so viel Glück. Micha nach der ersten Runde bereits in der Box um einen Defekt zu beheben, war dann sehr schnell unterwegs und hätte sicherlich einen Platz in den Top 80 erreichen können. Leider kam Matthias nicht mehr zum Einsatz, da Micha nach ca. 75 Minuten auf der Vollgaspassage wieder einen Defekt hatte und seine YFZ einfach ausging um dann nicht mehr anzuspringen.
Am schlechtesten jedoch traf es Jaro Lunak mit seinem Teamkollegen Günther Schreiber vom Team ALSKOM. Sie hatten aufgrund eines technischen Defektes gar nicht erst die Möglichkeit eine Runde zu absolvieren und wurden zum Zuschauen verdammt.
Als 2. deutsches Damenteam waren meine „IGE-Kolleginnen“ Lenka Kalasova und Sandra Wiedemeyer vomSTW Racing Team am Start. Am Ende Ihrer 12 Runden hiess es Platz 246 für die Damen.
Hier ein Interview mit Sandra Wiedemeyer: Interview
Stephan Geist und Dennis Bartsch vom Team Quadshop Altenstadt Racing fuhren mit Ihrer Kawasaki KFX 700 auf einen wie sie sagen „respektablen“ 287. Platz. Der Spass und die Gesundheit von Mensch und Maschine stand dort ebenso im Vordergrund. Und diese Ziele haben sie erreicht. Glückwunsch!
Weitere Berichte in Kürze!
Zu den ersten Fotos.
Hier die Ergebnisse der deutschen Teams (plus dem Gesamtsieger aus Frankreich):
| Pos. |
Name |
Team |
Gesamt Zeit |
Laps |
Schnellste Runde |
Hersteller |
Schnitt |
| 1 |
PARENT/COUPRIE Blaise/Romain |
MOTO AND CO |
3:09:54.339 |
22 |
6:25.455 |
YAMAHA |
54,22 |
| 56 |
WILLMAN/WILLMAN Sina/Denise |
WILLMAN QUADRACING |
3:13:40.112 |
18 |
7:05.497 |
YAMAHA |
43,50 |
| 62 |
TRABER/LINDENBERG Haus-Jorg/Michael |
|
3:16:44.478 |
18 |
7:29.386 |
|
42,82 |
| 69 |
WIEDEMEYER/STALMAN Torsten/René |
STW RACING TEAM |
3:20:04.568 |
18 |
7:52.114 |
YAMAHA |
42,10 |
| 121 |
GRAGERT Joerg |
|
3:08:18.228 |
16 |
8:07.483 |
E-ATV |
39,77 |
| 130 |
CARSTENS/CEROVINA Malte/Sven |
NO WORK TEAM |
3:11:00.854 |
16 |
8:57.277 |
YAMAHA |
39,20 |
| 146 |
SCHATTEN/WILKE Norbert/Ralf |
TEAM 22 |
3:16:00.467 |
16 |
8:01.126 |
YAMAHA |
38,20
|
| 164 |
ENGELS/POHL Oliver/Erik |
Fourtec |
3:20:53.441 |
16 |
9:02.305 |
YAMAHA |
37,27 |
| 168 |
KIEFER/SPRINZ Martin/Steffen |
MX-Quad Racing |
3:21:53.022 |
16 |
9:02.203 |
YAMAHA |
37,09 |
| 175 |
KRAUS/WELSLAU Oliver/Bernhard |
PADER QUAD RACING |
3:08:48.748 |
15 |
8:17.424 |
YAMAHA |
36,18 |
| 189 |
VON-CHAMIER/NOVOTNY René/Holger |
|
3:16:03.418 |
15 |
8:44.731 |
SUZUKI |
35,81 |
| 231 |
WEBER/MAIWORM Michael/Frank |
WEBER RACING TEAM |
3:10:25.527 |
13 |
8:49.934 |
HUSQVARNA |
31,95 |
| 246 |
WIEDEMEYER/KALASOVA Sandra/Lenka |
STW RACING TEAM |
3:08:34.878 |
12 |
10:13.718 |
SUZUKI |
29,78 |
Deutsche Teams, die gewertet wurden, jedoch nicht das Ziel erreicht haben:
| Pos. |
Name |
Team |
Gesamt Zeit |
Laps |
Schnellste Runde |
Hersteller |
Schnitt |
| 287 |
BARTSCH/GEIST Dennis/Stephan |
QUAD SHOP ALTENSTADT |
2:59:07.786 |
12 |
11:38.127 |
KAWASAKI |
31,35 |
| 288 |
EAGLE/MOHR Clint/Juergen |
E ATV KTM |
3:01:14.454 |
12 |
7:54.911 |
E-ATV |
30,99 |
| 308 |
GEIST/FLOR Matthias/Michael |
QUAD SHOP ALTENSTADT |
1:16:58.416 |
7 |
8:20.710 |
YAMAHA |
42,56 |
| 327 |
EBERT/WEYAND Stefan/Michael |
Fourtec |
7:30.822 |
1 |
|
CAN-AM |
62,29 |
Disqualifizierte deutsche Teams:
| Pos. |
Name |
Team |
Gesamt Zeit |
Laps |
Schnellste Runde |
Hersteller |
Schnitt |
| 342 |
SCHREIBER/LUNAK Gunther/Jaro |
ALSKOM Quad Racing |
|
0 |
|
Honda |
0 |
Schnellste Runde: PARENT/COUPRIE Blaise/Romain (N°1) en 6:25.455, Durchschnittgeschwindigkeit: 72,85 km/h
Die Ergebnisse aller Fahrer gibt es hier: Le Touquet 2007 |